Konzeption

Inhaltsverzeichnis:
-Präambel
-Ziele unserer Gemeindearbeit

-angefangen / da kommen wir her
-geformt / hier leben wir
-gestaltet / so leben wir

-geleitet / theologisches Leitbild

-erlebt / so arbeiten wir
auf andere zu – einladend und gewinnend
füreinander – helfend und zuwendend
miteinander – begegnend und fördernd

-erhofft / dort wollen wir hin

Präambel

„Gott hat uns nicht gegeben einen Geist der Verzagtheit, sondern der Kraft, der Liebe und der Besonnenheit. 1. Tim 2,4

Gott hat uns seinen Geist gegeben, der uns stärkt und gewiss macht, in der Nachfolge Jesu Christi zu handeln. Vor allem anderen hat er uns mit seiner Gnade beschenkt, wofür wir ihm danken und ihn loben wollen. Wir wollen uns den Nächsten zuwenden und unsere Kraft besonnen einsetzen, um den Aufgaben der Gemeinde gerecht zu werden und den Anforderungen in dieser Welt zu begegnen.

Ziele unserer Gemeindearbeit

Als Gemeinde Jesu Christi wollen wir die Liebe Gottes bezeugen mit dem, was wir sagen und tun.

Der Auslegung des Wortes Gottes widmen wir hohe Aufmerksamkeit. Wir wollen vielen Menschen die biblischen Verheißungen nahe bringen. Wir wollen durch verschiedenartige Verkündigungsformen Menschen zum Glauben führen.

Unserem Glauben an den dreieinigen Gott wollen wir Ausdruck geben, indem wir Menschen ermutigen, sich in Nächstenliebe einander zuzuwenden und füreinander Verantwortung zu übernehmen.

Wir wollen bei der Bewahrung der uns anvertrauten Schöpfung beispielgebend wirken.

In unserer Stadt wollen wir als evangelische Kirche Verantwortung übernehmen bei der Gestaltung des Zusammenlebens.

Wir wollen Menschen in Notsituationen beistehen und sie begleiten.

Wir wollen die ehrenamtliche Beteiligung fördern. Wir verstehen uns als eine Gemeinschaft, in der sich möglichst viele Menschen mit ihren Begabungen einbringen.

angefangen / da kommen wir her

Wir leben in einer jungen Gemeinde mit uniert-lutherischem Bekenntnis. Unsere erste Kirche, die Christuskirche, wurde 1960 gebaut. Mit dem schnellen Wachstum der Stadt wuchs auch unsere Gemeinde. 1977 kam als zweite Kirche die Arche, 1989 schließlich die Friedenskirche hinzu. Die dazugehörigen drei Bezirke wurden mit je einer Pfarrstelle ausgestattet.
In den ersten vierzig Jahren unserer Gemeinde erlebten wir in unserer Stadt ein ständiges Wachstum. Seit 2005 beobachten wir eine rückläufige Entwicklung, auch bei der Zahl unserer Gemeindeglieder.

geformt / hier leben wir

Unsere Kirchengemeinde liegt im Einzugsbereich der Bundesstadt Bonn. Ein Großteil unserer Gemeindeglieder ist oder war beruflich dort gebunden in den Ministerien, den öffentlichen Einrichtungen oder den großen Dienstleistungszentren in der Region.

Als evangelische Gemeinde leben wir in der Gemeinschaft der christlichen Konfessionen und in Verbundenheit mit den Gläubigen anderer Religionen wie auch mit religiös ungebundenen Menschen am Ort. Wir sind Teil der kulturellen und gesellschaftlichen Vielfalt unserer Stadt.
Auch bei uns gibt es Menschen mit sozialer Benachteiligung, die für sich und ihre Kinder wenig Perspektiven sehen. Sie benötigen unsere Aufmerksamkeit und Zuwendung.

Bis vor wenigen Jahren zählte Meckenheim zu den kinderreichsten Städten in Deutschland. Das ist jetzt nicht mehr der Fall. In den kommenden Jahrzehnten wird der Anteil der älteren Gemeindeglieder zunehmen.

gestaltet / so leben wir

Das Leben in unserer Kirchengemeinde ist überwiegend in Bezirken organisiert. Dort haben sich eigene Traditionen und Ausprägungen entwickelt. Den Zusammenhalt der Bezirke in einer Gemeinde wollen wir erhalten und stärken. Die Vernetzung unserer umfassenden Angebote bleibt daher eine wichtige Aufgabe. Ein sichtbares Zeichen für die Zusammengehörigkeit der Bezirke ist z.B. der „Kanzeltausch“ der Pfarrer/-innen.

In vielen Bereichen ist unserer Gemeinde diakonisch stark engagiert. Sie trägt z.B. ein Familienzentrum und eine Kindertagesstätte, ist Mitglied im Ökumenischen Hospizverein Meckenheim/Rheinbach und hält engen Kontakt zu den Seniorenheimen. Darüber hinaus sind wir engagiert in der Arbeit mit Menschen mit Behinderungen. Inklusive Angebote geben Kindern und Jugendlichen mit und ohne Behinderungen die Möglichkeit der Begegnung in festen Gruppen, in der offenen Arbeit und bei Freizeiten.

Das große Potenzial unserer Gemeinde sind die vielen Menschen unterschiedlicher Herkunft und Berufe, die sich in großer Zahl engagieren. Sie bieten für alle Altersgruppen vielfältige Möglichkeiten zur Diskussion über Glaubensfragen, zu Meinungsaustausch und Information, zu Betreuung und Hilfe und zu musischer Betätigung.

geleitet / theologisches Leitbild

„Seid aber Täter des Wortes und nicht Hörer allein.“ Jak 1,22
In den Worten und Taten Jesu entdecken wir Gottes Zuwendung zu seinen Jüngern und zugleich zu den Menschen, zu denen seine Nachfolger und Nachfolgerinnen gesandt sind. In der Besinnung auf sein Wort erfahren wir seine Gegenwart, seinen Zuspruch und seinen Auftrag. Gott hat uns berufen, Zeugen seiner Liebe zu sein, aber auch: seine Liebe in die Welt zu tragen. So wie er einst seine Jünger gesandt hat, so sendet er uns heute.

erlebt / so arbeiten wir

auf andere zu – einladend und gewinnend

Wir zeigen als Kirche Präsenz. Wir verstehen uns als eine das Leben der Menschen vor Ort prägende Kraft unserer Gesellschaft. Wir öffnen Räume, in die Menschen ihre Fragen, ihr Suchen aber auch ihre Erfahrungen einbringen können. Wir lassen uns auf die Menschen ein und begegnen Fremden mit Interesse und Zugewandtheit. Wir wollen Dialoge fördern. Wir schaffen ein Klima, in dem ein möglichst hohes Maß an Offenheit gelebt wird.

• Gottesdienste
Jesus erzählt von der Güte Gottes. Wir als Gemeinde leben aus der befreienden Tat Gottes im Wirken Jesu, seiner Versöhnung am Kreuz und seiner Auferstehung. Durch das Hören und Verkündigen des Wortes und die Feier der Sakramente wird Gott unter uns gegenwärtig und greifbar. Die vielen verschiedenen Gottesdienstformen spiegeln den Reichtum unterschiedlicher Glaubenstraditionen wieder, die es in unserer Gemeinde gibt. Diesen Reichtum wollen wir pflegen.
• Kirchenmusik
Kirchenmusik ist klingende Verkündigung. Sie gestaltet die Gottesdienste wesentlich mit und umfasst Chorarbeit und Konzerte. Ein vielfältiges Angebot ermöglicht es interessierten Menschen, an der Gestaltung beteiligt zu sein.
• Offene Angebote, Gruppen und Kreise
In unseren Gruppen und bei Veranstaltungen mit thematischen Schwerpunkten gehen wir den Fragen unserer Zeit vor unserem christlichen Hintergrund nach. Das Angebot unserer Evangelischen Bücherei unterstützt u.a. auch diese Aufgabe.

füreinander – helfend und zuwendend

Jesus hat uns durch sein Handeln Gottes Liebe zu den Menschen gezeigt und sie zum Umdenken bewegt. Er hat uns in seine Nachfolge gerufen. Wir ermutigen Menschen, sich einander in Nächstenliebe zuzuwenden und füreinander Verantwortung zu übernehmen.

• Die Inklusive Gemeindearbeit umfasst Angebote für Menschen mit Behinderungen und ihre Familien.
• Die Besuchsdienstkreise suchen Menschen auf, begrüßen Neuhinzugezogene, überbringen Glückwünsche und stellen Kontakte her.
• Der Runde Tisch für soziale Belange vernetzt die Träger sozialer Dienste und sucht Lösungen für anstehende Probleme vor Ort.
• Die Diakonische Konferenz in der Region vernetzt und sucht Antworten auf aktuelle soziale Fragen.
• Wir unterstützen Menschen in Not.

miteinander – begegnend und fördernd

Unsere Kirchengemeinde ist eine offene Gemeinde. Wir fördern den Dialog der Generationen. Wir laden Kinder, Jugendliche, Erwachsene und Senioren ein sich kennen zu lernen, Kontakte zu knüpfen und Gemeinschaft zu erleben. Wir wollen, dass Familien eine tragende Rolle beim Gemeindeaufbau spielen. Wir fördern die Begegnung mit Menschen mit Behinderungen in allen Bereichen und werden so zu einer inklusiven Gemeinde.

• Das Familienzentrum und die Kindertagesstätte haben das Ziel, Familien bei der christlichen Erziehung zu unterstützen und sie mit beratenden Angeboten zu begleiten. Generationenübergreifende Angebote ermöglichen Begegnung und Austausch.
• Die Kinder- und Jugendarbeit eröffnet jungen Menschen Räume, in denen durch ein erlebnisorientiertes Miteinander christliche Werte vermittelt werden. Sie bietet jungen Menschen Orientierungshilfen auf dem Weg des Erwachsenwerdens.
• Die Seniorenarbeit eröffnet älteren Menschen die Möglichkeit der Begegnung. Sie hat einen festen Platz im Gemeindeleben.
• Feste verbinden Jung und Alt im gemeinsamen Tun und dem Erleben von Gemeinschaft.
• Gemeinsam mit unserer katholischen Schwestergemeinde laden wir ein zu Bibeltagen, Gesprächen und Gottesdiensten.

erhofft / dort wollen wir hin

Demographischer Wandel, sinkende Gemeindegliederzahlen und geringere Kirchensteueraufkommen werden die Entwicklung in den vor uns liegenden Jahren beeinflussen. Mutig und voll Hoffnung wollen wir unsere Gemeinde in der Verantwortung für die Menschen und die Schöpfung in die Zukunft führen. Dabei sind wir offen für neue Formen, mit denen wir Menschen entgegen kommen, die in einer zunehmend säkularisierten Welt Orientierung suchen.
Die Verständigung und Stärkung der Generationen sind uns wichtige Anliegen – das Engagement für diakonische Aufgaben zeigt unsere Verantwortung für unsere Mitmenschen.

Meckenheim im Juni 2010