Ein Markenzeichen feiert 20. Geburtstag

„Dies ist ein Ort, der ganz anders reich macht. Nicht mit dem, was man hier am Neuen Markt sonst so kaufen kann“, betonte Gisela Martin. Die ehemalige Pfarrerin der Friedenskirche predigte gemeinsam mit ihrer Nachfolgerin, Pfarrerin Ingeborg Dahl, im Festgottesdienst zum 20jährigen Jubiläum des Kirchbaus. Im vollbesetzten Gottesdienstraum unterstrich Dahl am zweiten Septemberwochenende, dass Gott Menschen bedingungslos akzeptiert. „Das soll dieser Ort zum Ausdruck bringen: Friedenskirche.“

FriedenskircheVor 20 Jahren wurde die Friedenskirche als dritter Kirchbau der Evangelischen Kirchengemeinde Meckenheim errichtet. „Seitdem prägt sie das Erscheinungsbild der Umgebung“, führte Meckenheims Bürgermeister Bert Spilles in seinem Grußwort aus. „Die Friedenskirche ist ein Markenzeichen – der zentrale Bezugspunkt einer bunten, lebendigen Nachbarschaft.“ Spilles lobte die hervorragende Zusammenarbeit mit der Bürgergemeinde, denn die Kirchengemeinde leiste „unverzichtbare Arbeit für das soziale und gesellschaftliche Leben in der Stadt“.

Die Kirchengemeinde nahm das Jubiläum zum Anlass, ein ganzes Wochenende lang zu feiern. Im Zentrum stand – seit 20 Jahren ein Schwerpunkt der Gemeindearbeit an der Friedenskirche – die Kirchenmusik: Am Samstag boten das Kindermusical „Gerempel im Tempel“ und ein Orgelkonzert Programm für Jung und Alt. Der Sonntag dagegen war dem Rückblick und der Vorausschau gewidmet.

Pfarrerin i.R. Gisela Martin als „Gründungsmutter der Kirche“, wie Presbyter Viktor Toyka sie scherzhaft nannte, erinnerte an die Anfänge des Kirchbaus, als der Name des Gebäudes noch kontrovers diskutiert wurde – ebenso wie der Ort des Neubaus. Die Finanzierung wurde damals auch durch Gemeindeinitiativen sichergestellt: „Ich weiß noch, wie ich die Geschäfte abklapperte, um – neben vielen eigenen Aktionen – Spendengelder einzuwerben“, erinnerte sich Martin. Bis 2000 war die erste Pfarrerin in Meckenheim an der Friedenskirche im Dienst. Ihr folgte im Amt ihre damalige Pfarrerin zur Anstellung, Ingeborg Dahl, die sich die Stelle seit dem Jahr 2005 mit ihrem Mann Knut Dahl-Ruddies teilt.

In einem zweiten Workshop referierte der Glaskünstler Georg Linden Gedanken zu seinen Glasfenstern, die den Gottesdienstraum bis heute prägen. Ausgehend vom Namen der Kirche hatte er sich orientiert am biblischen Begriff des „Landes, in dem Milch und Honig fließt“. Das friedvolle Land, das dem Volk Israel von Gott verheißen wird, stellte Linden dar in einem orangefarbenen, warmen Strom, der die Glasfenster von oben nach unten durchfließt.

Einen Ausblick in die Zukunft wagte ein dritter Workshop. Presbyter Andreas von Gadow diskutierte mit Gemeindegliedern: Wie kann unsere Kirche einladender werden? Wie können wir unsere Arbeit prägnanter machen? „In jedem Fall bleibt die Friedenskirche ein offenes Haus“, betonte Pfarrer Knut Dahl-Ruddies zum Abschluss des Festes. „Als Haus Gottes soll sie herausrufen aus dem Alltag mit seinen Sorgen – hinein in die Nähe Gottes. Das bleibt!“

Geschrieben von Ulrike Knichwitz am 14. September 2009

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