Zu Besuch bei Sterbenden

„Huuh, wie man so locker über den Tod reden kann“, wunderten sich manche Konfirmanden der Arche. Und: „So viele Menschen sterben zu sehen – ich könnte das nicht.“ Da hatte Sebastian Roth, Leiter des Hospizes am Evangelischen Waldkrankenhaus, den Jugendlichen gerade erläutert, dass in ’seinem‘ Hospiz mit zehn Betten im Schnitt alle drei Tage ein Mensch verstirbt.

Vier Konfirmanden der Arche sehen das 'Buch des Gedenkens' ein.

Das stationäre Hospiz am Waldkrankenhaus leitet der gelernte Diplom-Forstwirt und Pfleger Roth seit fünf Jahren. Sehr persönlich erzählte er den Jugendlichen von seiner Arbeit mit sterbenden Menschen – und dass diese Arbeit auch allzu oft gar nicht traurig sein muss. Denn „Hospize bejahen das Leben“, so Roth. „Wir unterstützen Sterbenskranke, dass sie und ihre Angehörigen den letzten Lebensabschnitt so bewusst und so zufrieden wie möglich leben.“

Einen Eindruck von dieser Fröhlichkeit erhielten die Konfirmanden gleich zu Beginn: Bei ihrem Rundgang stiessen sie in der großen Wohnküche des Hospizes auf die Geburtstagsfeier eines Gastes, bei der fröhlich gesungen und musiziert wurde.
Im Raum der Stille konnten die Jugendlichen das ‚Buch des Gedenkens‘ einsehen, in dem alle im Hospiz Verstorbenen mit Geburts- und Sterbedatum eingetragen werden (s. Foto). Eine Schlussandacht zu Psalm 90 rundete den Besuch ab.

Die Exkursion ist Teil einer Unterrichtseinheit zum Thema ‚Tod und Sterben‘. Die acht Jugendlichen wurden begleitet von Pfarrer z.A. Stefan Heinemann und Jugendleiterin Melanie Schmidt. In zwei Wochen sind wir zu Gast im Bestattungshaus Pfahl.
Ein virtueller Rundgang durch’s Hospiz ist übrigens hier möglich.

Geschrieben von Ulrike Knichwitz am 10. November 2010

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