Kameeta: "Gott will die Fülle des Lebens!"

„Mission und die Fülle des Lebens“ – unter diesem Thema stand der Vortrag von Bischof Dr. Zephanja Kameeta an der Universität Bonn, den der Bibelkreis der Arche nun besuchte. Der Bischof der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Namibia verband sein Missionsverständnis mit einem sozialdiakonischen Kern – und dem Projekt eines bedingungslosen Grundeinkommens, wie es seine Kirche in einem Pilotprojekt seit 2008 erprobt.

„Gottes Mission zielt auf das Leben in Fülle„, erklärte der Befreiungstheologe seinen etwa 100 Zuhörern. „Das ist die Gute Nachricht – und die Kirche dabei sein Vehikel.“ Mit humorvollen Geschichten aus seinem eigenen Leben als Familienvater leitete der Namibianer über zum Kern seines Vortrages: Ein eindrucksvoller Bericht vom Pilotprojekt in dem namibianischen Ort Otjivero, in dem zwei jahre lang jeder der 2.000 Einwohner 100 Namibische Dollar pro Monat erhielt – ohne Vorbedingungen.

Die Auswirkungen dieser umgerechnet 8 Euro/Monat auf das Sozialgefüge des Ortes seien enorm, so Kameeta. Kleine Geschäfte seien entstanden, die Zahl der Schulabbrecher gesunken – entgegen den Vorhersagen mancher, ein solches Projekt würde die Faulheit der Armen befördern. „Nein“, so schilderte Kameeta vehement die Not der Einwohner Otjiveros „arme Menschen fragen nicht: Gibt es ein Leben nach dem Tod? Für sie ist dies eine rein metaphysische Frage. Sondern sie fragen: Gibt es ein lebenswürdiges Leben VOR dem Tod? Dieses Projekt will ein eindeutiges ‚Ja!‘ zur Antwort geben.“
Über das BIG-Projekt hatte im Juni Ex-Oberkirchenrat Wilfried Neusel in der Arche berichtet. Mehr dazu hier

Die Mitglieder des Bibelkreises der Arche zeigten sich tief beeindruckt vom Auftreten des afrikanischen Würdenträgers. Kameetas Vortrag war der Auftakt der Vortragsreihe ‚Mission Lectures‘, iniitiert von der Vereinten Evangelischen Mission.
Beim nächsten Treffen des Bibelkreises am Montag, 20. Dezember, erarbeitet Pfarrer z.A. Stefan Heineman mit dem Bibelkreis das Thema ‚Migranten in der Bibel‘.

Weitere Informationen zum BIG-Projekt finden Sie @ www.bignam.org.

Geschrieben von Ulrike Knichwitz am 23. November 2010

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