Matthäus-Passion

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J. S. Bach – Matthäus-Passion

Sa 2.4.2011, 19.00 Rheinbach, Pallottikirche (Pallottistr.)

Karten zu 15 € im Vorverkauf und an der Abendkasse

Susanne König, Sopran

Elvira Bill, Alt
Jens Lauterbach, Tenor
Rafael Bruck, Bass
Ralf Rhiel, Jesus
Meckenheimer Kammerchor
Mitglieder des Akademischen Orchesters Bonn

Leitung Martin Kahle

Wohl kein anderes Musikstück bedarf so wenig der erklärenden Worte wie dieses wahrscheinlich bekannteste, sicher erschütterndste und anrührendste aller geistlichen Werke. Unauslöschlich ist für viele von uns die Erzählung von Jesu Tod verknüpft mit dieser Musik. Auch wer „nichts von Musik versteht“, wird von den Emotionen dieses Werkes nicht unberührt bleiben, wird ergriffen werden auch wo er vielleicht nicht begreift.

Vieles an diesem Werk ist „unbegreiflich“: schon sein monumentales Überragen aller zuvor und daneben entstandenen ähnlichen Werke. Dann seine geheimnisvollen Ordnungsprinzipien. Wie die kunstvollen Figuren auf den Dächern gothischer Kathedralen nicht für die Augen irdischer Betrachter bestimmt sind, gibt es hier unhörbare Geheimnisse, wie etwa das Mysterium der Zahlensymbolik. Wenn im Chor Wahrlich, dieser ist Gottes Sohn gewesen die Bassstimme 14 Töne enthält, steht diese Zahl ganz sicher zahlenalphabetisch für Bachs Name (B=2, A=1, C=3, H=8).

Bach unterschreibt sozusagen dieses zentrale und auch musikalisch herausgehobene Bekenntnis mit seinem Namen.

Es gibt in Zahlen versteckte Hinweise auf Psalmtexte, es gibt die erstaunliche Zahl 729: so viele Takte umfasst der gesamte, in der originalen Partitur liebevoll mit roter Tinte eingetragene Evangelienbericht. 3x3x3x3x3x3, die trinitarische Zahl in hoher Steigerung! Das schreckliche Geschehen dargestellt in höchster Ordnung und Harmonie: ein gewaltiger Lobpreis Gottes!

All dies ist faszinierend, aber nicht für den Hörer bestimmt. Dieser soll berührt werden durch die Musik.

Durch den gewaltigen Klagegesang des Eingangschores, durch den ausdrucksstarken Evangelienbericht, in dem die Worte Jesu von den Streichern wie mit einem Heiligenschein umwoben werden, von den Chorälen, die als meditative Ruhepunkte das Geschehen unterbrechen, und von den Arien, den schönsten, die Bach geschrieben hat. Die tief bewegende Erbarme dich Arie mit der klagenden Solo-Violine.

Die Sopran-Arie Aus Liebe will mein Heiland sterben, mit drei Bläsern, ohne Bass, aller Erdenschwere enthoben.

Und fast am Schluss das wunderbare Bass-Arioso Am Abend, da es kühle war, mit der großen nachfolgenden Arie.

Dieser Zusammenklang der großen Musik und der großen Geschichte, die sie schildert, bewirkt, was die Altistin in einem Arioso bekennt: Das gehet meiner Seele nah !

Geschrieben von Martin Kahle am 31. März 2011

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