Bericht des Vorsitzenden auf der Gemeindeversammlung am 16.10.2011

Von Pfarrer Knut Dahl-Ruddies

Kirche und Öffentlichkeit
Nichts scheint so umstritten zu sein wie die beiden Begriffe, jeder für sich und beide zusammen gewissermaßen im gegenseitigen Bezug. Dabei gehört das Wort Gottes selbst in die Öffentlichkeit und ist ohne den Adressaten gar nicht zu denken.
Für die Kirchen ist das nach wie vor Grundvoraussetzung ihres Selbstverständnisses, die Botschaft von der freien Gnade Gottes auszurichten an „alles Volk“ wie es meist bedeutungsschwer heißt.
Dieser Anspruch trifft nun vermehrt auf einen wachsende Teil dieses Volkes, der sich dieser Selbstverständlichkeit gerade nicht mehr selbstverständlich aussetzten lassen will.

Im Gegenteil: Die Tendenz die Kirchen von zentralen Plätzen der Gesellschaft zu entkoppeln steigt. Strikte Trennung von Staat und Kirchen werden mitunter parteiübergreifend diskutiert. Die Heftigkeit der Diskussion zeigte sich zuletzt in der Debatte über die Rede des Papstes vor dem deutschen Bundestag. An der vordergründigen Frage, wer im deutschen Bundestag reden dürfe, wurde letztlich das Verhältnis von Staat und Kirche thematisiert, allerdings nicht als offene Diskussion, sondern eher als Plattform für die Präsentation von Vorurteilen, die ganz gewiss nicht (oder zumindest noch nicht) in der Lage sind, die verfassungsmäßig garantierte Stellung der Kirchen zu bestreiten.

Dass es dabei um das Oberhaupt der römisch katholischen Kirche geht, entlastet uns als Protestanten insofern nicht, da die mitunter kirchenkritische Öffentlichkeit hier kaum konfessionell unterscheidet.
Es besteht vielmehr eine Haftungsgemeinschaft, wie unser Präses und derzeitige Ratsvorsitzende D. Nikolaus Schneider kürzlich formuliert hat.

Wie nun dem sich verändernden gesellschaftlichen Klima entgegentreten?
Oftmals erwecken gerade kirchenleitende Verlautbarungen den Eindruck eines „so geht das nicht“, „wir sind immer noch viele“, „das Abendland hat solche christlichen Wurzeln, die nur unter größter Beschädigung eine kirchlich veränderte Landschaft überdauern würden“.
Es ist zu beachten, dass es zu den Aufgaben von Kirchenleitungen gehört solche Töne von sich zu geben. Als kleine oder auch große Kirchengemeinde vor Ort sollte allerdings eine andere Gangart gewählt werden:

Nicht das Festhalten sollte im Vordergrund stehen, sondern das freigeben.
Nicht das Besserwissen, sondern das auf Überzeugung Zielende ist anzustreben.
Nicht das Belehren, sondern das Bedenken ist zu fördern.

Eine Kirche die solche Art der Arbeit an der Öffentlichkeit tut, wird mit Sicherheit eher gehört als angefeindet werden.

Wie sieht diese Art der Arbeit an der Öffentlichkeit hier vor Ort bei uns in Meckenheim aus. Auf welchem Weg war die evangelische Kirchengemeinde Meckenheim in diesem und dem vergangenem Jahr?
Dazu seien einige Felder benannt:

1. Offene Kirche
Seit diesem Frühjahr ist die Friedenskirche „offene Kirche“ und das im ganz wörtlichen Sinn. Sie ist auch außerhalb der gottesdienstlichen Zeiten verlässlich geöffnet und lädt ein zum Gebet, zur Besinnung oder zum Verweilen. Es besteht die Möglichkeit eine Kerze zu entzünden, einen Gruß oder eine Gebet in ein dafür vorbereitetes Buch zu schreiben oder einfach nur „da“ und also im Kirchraum zu bleiben.
Wichtig ist vor allem das Signal nach Außen. Kirche schottet sich nicht ab. Die Türen sind nicht überwiegend verschlossen sondern offen. Beim Betreten des Kirchraum besteht die Möglichkeit sich in neuem Licht, und damit anders wahr zu nehmen. Als ein Mensch, der zu Gott kommen kann, als ein Mensch der zu Gott gehört, als einer, der von Gott wahrgenommen und anerkannt wird.
Entscheident ist nicht die Zahl derer, die das Angebot wahrnehmen. Entscheident ist vielmehr die Geste des sich Öffnens.
Hier ereignet sich Zuwendung, die nicht unter Druck setzt, sich aber als Möglichkeit ins Gespräch bringt und somit die Voraussetzung für Kontakt eröffnet. So eröffnen sich zugleich Räume zur Kommunikation des Evangeliums in der Vielgestaltigkeit von Gottesgegenwart.

Diese Vielgestaltigkeit von Gottesgegenwart soll auch in unseren Gottesdiensten zum Ausdruck kommen. Die Vielfältigkeit der gottesdienstlichen Angebote ist in der Vergangenheit immer wieder erwähnt und auch gelobt worden.
Gleichzeitig muss erwähnt werden, dass diese Vielgestaltigkeit nur dadurch ermöglicht wird, dass es in unserer Gemeinde mehr Predigerinnen und Prediger gibt als Pfarrstelleninhaber. Ohne deren tatkräftige Unterstützung wäre ein solch reichhaltiges Angebot nicht denkbar.
Gleichwohl hat es sich das Presbyterium zur Aufgabe gemacht auch unter sich verändernden Bedingungen gottesdienstlich Vielgestalt aufrecht zu erhalten. Das wird nicht ohne Einschnitte zu machen sein.
Über die Tiefe der Schnitte, deren Beginn und derer Zielrichtung gibt es ebenfalls vielgestaltige presbyteriale Auffassungen.
Den Konsens presbyterialer Beratungen in gottesdienstlichen Angelegenheiten können sie dem jeweils aktuellen Predigtplan entnehmen.
Unter der Überschrift Vielfältigkeit des gottesdienstlichen Angebots lassen sie mich zwei Gottesdienste besonders hervorheben, da den einen weil er erstmalig stattgefunden hat, den anderen weil er in seiner Einmaligkeit noch bevorsteht:
Zum Valentinstag im Februar diesen Jahres gab es erstmalig einen Gottesdienst in der Friedenskirche. Und am zweiten Advent wird es hier in der Christuskirche einen Gottesdienst geben, der vom Gefängnispfarrer Louis und einem Team von ehrenamtlichen vorbereitet wird.
Desweiteren liegt dem Presbyterium ein Antrag zu dieser Gemeindeversammlung von Gunther Herr aus Adendorf vor, der das Presbyterium bittet einen Tauferinnerungsgottesdienst zu feiern, wie es ihn vor einigen Jahren schon einmal in der Friedenskirche gegeben hat.

Vom Gottesdienst zur Liturgie.

2. Neue Liturgische Ordnung
Seit einem knappen Jahr ist die neue Gottesdienstordnung unserer Kirchengemeinde in Gebrauch. Nach einer dreimonatigen Erprobungsphase war das Presbyterium der Ansicht, dass einer beschlussmäßigen Verabschiedung nichts mehr im Wege stehen würde.
Allerdings werden hier und da immer wieder Einwände laut, die sich an einzelnen Elementen stoßen.
Besonders genannt werden die Stellung des Vaterunsers in der Abendmahlsliturgie: Hier hat das Herrengebet in dem Sendungsteil am Ende des Gottesdienstes, nach dem Fürbittengebet seinen Platz gefunden und folgt nicht unmittelbar nach den Einsetzungsworten.
Ebenso wird Anstoß daran genommen, dass zu einer der beiden Lesungen (nämlich dem Tagesevangelium) die Gemeinde steht, während sie zur alttestamentlichen Lesung sitzen bleibt.

Der gerade genannte Punkt war als Tagesordnungspunkt auf der Septembersitzung des Presbyteriums. Es gibt einen schriftlichen Vorschlag eines Gemeindegliedes diese Praxis zu ändern.
Die im Augenblick geltende Beschlusslage sieht vor, dass der Ausschuss für Theologie und Gottesdienst in seiner Oktobersitzung dem Presbyterium eine Empfehlung vorlegt, wie in dieser Angelegenheit entschieden werden soll.

Bei dem anderen genannten Punkt, der Stellung des Herrengebetes in der Liturgie, sieht das Presbyterium wenig Handlungsspielraum.
Grundlegend für die Liturgiereform war ein behutsames anpassen der damals bestehenden liturgischen Ordnung an das neue Gottesdienstbuch –so heißt die zur Zeit geltende Agende. Dieses Gottesdienstbuch zeichnet sich dadurch aus, dass sie einer Vielzahl liturgischer Abläufe gerecht zu werden versucht. Dabei werden verschiedene sog. „Grundformen“ angeboten.
Der Ausschuß für Theologie und Gottesdienst hat seiner Zeit eine Grundform ausgewählt, die der damals geltenden Ordnung möglichst nahe kommt, um mit möglichst wenigen Eingriffen auszukommen. In dieser, Fassung war das Vaterunser Bestandteil des Sendungsteils, gehört also nach das Fürbittengebet.

Allerdings –und das war noch nicht Gegenstand presbyterialer Bratung— scheint es nicht ganz ausgeschlossen, dass dem Ausschuss seinerzeit eine andere Ausgabe des neuen Gottesdienstbuches Vorlag.
Denn in der Vorbereitung auf diesen Bericht habe ich auf Anraten meines Amtsbruders Mölleken noch einmal alle Grundformen miteinander verglichen. Dabei bin ich zum selben Ergebnis wie er gekommen:
In allen Grundformen findet das Vaterunser seinen Platz in der Abendmahlsliturgie.
Zwar an verschiedenen Stellen, aber immer im Abendmahls- und nicht im Sendungsteil.
Es scheint tatsächlich nahezuliegen, dass dem Ausschuss (und ich füge hinzu: unter meinem damaligen Vorsitz) seinerzeit ein Fehler unterlaufen ist.
Da den Presbyterinnen und Presbytern diese Information erst in dieser Woche elektronisch übermittelt worden ist, bitte ich eventuelle Unmutsäußerungen darüber an meine Adresse zu übermitteln 😉

3. Kirche und Diakonie
Bei unserem Tag der offenen Tür, den wir in diesem Februar in der Arche haben stattfinden lassen, konnte man und frau sich davon überzeugen, dass neue Zeiten dort angebrochen sind.
Das gilt nicht nur für das neue Gesicht meines Amtsbruders Ungerathen als Pfarrer der Arche.
Das gilt insbesondere für die Errichtung des Diakonischen Zentrums Arche. Durch die Kooperation mit dem Diakonischen Werk Bonn wird nicht nur das diakonische Profil der Arche gestärkt und erweitert, sondern die Kirchengemeinde Meckenheim erhält auch finanzielle Einnahmen, die benötigt werden, um unseren nicht gerade kleinen Immobilienbestand mittelfristig zu unterhalten.
Wer meint, das Diakonische Zentrum würde vor allem durch seine umfangreiche Beschilderung in Erscheinung treten, sollte sich vor Ort eines besseren belehren lassen! Die Arbeitsbereiche hier auch nur zu benennen, würde dieses Bericht sprengen. Den Weg dorthin können Sie jetzt immerhin nicht mehr verfehlen.
Aber auch dass gehört zum heutigen Geschäft: Wer in der Öffentlichkeit wahrgenommen werden will, muss erheblich lauter klappern, als das vor einigen Jahren noch der Fall war.

Laut geklappert haben wir auch als wir im März diesen Jahres die 10. Diakonische Konferenz haben stattfinden lassen. Ein Rückblick auf zehn Jahre Themen aus Diakonie und Sozialpolitik machten deutlich wie notwendig hier ein langfristiges Denken und Handeln von Bedeutung ist.
Zum Thema „Was geht mich deine Armut an?“ erhielten wir ein ausgezeichnetes Referat von Pfarrer Dr. Uwe Becker Vorstand der Diakonie Rheinland-Westfalen-Lippe, und einen engagierten Streiter in der Podiumsdiskussion, bei der die Politiker in der Runde oft sprachlos dastanden.

Sprachlos wiederum standen wir als Kirchengemeinde da, als und bescheinigt wurde, dass unsere lang geplanten Umbaupläne für des Familienzentrum am Ehrenmal nicht wie geplant durchgeführt werden können.
Dem Land NRW fehlen die Gelder für die Umbaumaßnahmen.
Und aus eigenen kirchlichen Mitteln einen Umbau zu finanzieren kommt für eine Kirchengemeinden aufgrund ihrer finanziellen Ausstattung gar nicht in Betracht.
Zur Erinnerung: Das Familienzentrum am Ehrenmal muss umgebaut werden, weil auch kleinere Kinder unter drei Jahren nun die Kindertagesstätte besuchen können. Dazu bedarf es besonderer Anforderungen z.B. Wickeltische, Sanitärumbau, Ruheräume u.a.
Die Umbaumaßnahmen sind vom Landschaftsverband bereits bewilligt. Leider geht es aber im Moment nicht einen Schritt vorwärts. Das ist unschön für unser presbyteriales Arbeiten, denn der Zeitaufwand für diese Planungen ist nicht unerheblich, zumal zwischenzeitlich auch ein kompletter Neubau in Erwägung gezogen worden ist.
Aber auch für die Mitarbeiterinnen im Familienzentrum bedeutet das eine unnötige Belastung ihrer Tätigkeit.

Schließlich sei unter dem Punkt „Kirche und Diakonie“ noch erwähnt, dass das Johanneshaus in Meckenheim, gegenüber der Friedenskirche den Träger gewechselt hat. Die Johannes Senioren Werke haben Insolvenz angemeldet und sämtliche Senioren Häuser sind von den Johannitern übernommen worden.
Das hat zur Folge, dass auch ein neues Kuratorium eingesetzt werden soll. Entsprechende Anfragen hat es bereits gegeben. Das sich die evangelische Kirchengemeinde Meckenheim hier in der Pflicht sieht muss nicht ausdrücklich betont werden.
Im Johanneshaus selbst gibt es demnächst wohl auch eine neue Leitung. Der bisherige Leiter Herr Gieraths hat die Leitung einer anderen Einrichtung in Norddeutschland übernommen.

4.Kirche und Nachhaltigkeit
Seit einigen Jahren bemüht sich die Kirchengemeinde das Thema Frieden Gerechtigkeit Bewahrung der Schöpfung in ihrem eigenen Umgang mit Resourcen verstärkter Beachtung zu unterwerfen. Das betrifft Neuanschaffungen von Geräten aber auch den Umgang mit Verbrauchsmaterial und natürlich besonders die Heizsysteme unserer Kirchenzentren.
Bei der Neuanschaffung der Heizungsanlage im Zentrum Christuskirche haben wir uns für die neueste Technik im Bereich der Erdgasheizungen entschieden. Hierbei kam, wie schon seinerzeit bei den Planungen für das Zentrum Friedenskirche, die Energieagentur NRW beraterisch zum Einsatz. Die oft genannte Technik der Kraft-Wärmekoppelung ist für Kirchengemeinden meist nicht sinnvoll, da der eigen Strombedarf eines Kirchenzentrum doch sehr niedrig ist. Eine Kombination von Heizleistung und Stromgewinnung kam, wie schon in der Friedenskirche, nicht in Betracht.
Am 15.3. 2011 wurde das Presbyterium von einem Gemeindeglied aufgefordert den Einsatz von Photovoltaik auf Dächern von kirchengemeindlichen Gebäuden zu prüfen. Diese Bitte wurde im Vorfeld dieser Gemeindeversammlung am 25.9. noch einmal deutlich unterstrichen. Die Beschlusslage des Presbyteriums dazu ist folgende:
In 2012 wird es notwendig sein das Heizungssystem im Kirchenzentrum „Die Arche“ näher zu untersuchen. Da in diesem Kirchenzentrum andere Gegebenheiten vorliegen als in den beiden anderen Zentren (es befinden sich in der Arche eben mehrere Wohnbereiche) soll geprüft werden ob hier nicht die Erzeugung von Strom aus Sonnenenergie (also ein Photovoltaisches System) mit Solarthermischer Unterstützung (also Warmwasser) zum Einsatz kommen kann.
Eine Vorabprüfung hat ergeben, dass sämtliche kircheneigenen Dächer sich ausgezeichnet photovoltaisch nutzen ließen. Wir sind zuversichtlich, dass die Nutzung der Sonnenenergie in der Arche zum Einsatz kommen kann. Denn Pfarrer Ungerathen liebt nicht nur Sonneblumen, sondern hat in seiner vorigen Pfarrstelle sehr viel Erfahrung bei der Umrüstung auf diese Art der Stromerzeugung sammeln können.

Im Bereich der Verbrauchmittel werden sie vielleicht durch unsere neue Beschilderung beim Kirchenkaffe bemerkt haben, dass Kaffe und Tee nun ausschließlich aus dem Fairen Handel bezogen werden.
Das Angebot beim Kirchkaffe selbst Fair gehandelte Produkte kaufen zu können wird immer wieder gewünscht, ist bisher aber noch nicht zu einer Verwirklichung gekommen.
Wenn jemand unter ihnen ist, der bereit wäre sich dafür einzusetzen und stark zu machen, würde das sicher einen großen Schritt zur Durchführung dieses Anliegens bedeuten.

Auch im Bereich der Büro Materialien sollen vermehrt umweltverträgliche Produkte zum Einsatz kommen. Die Umstellung dort ist aufgrund der arbeitstechnischen Abläufe allerdings deutlich schwieriger als in einem privat Haushalt. Hier ist Durchhaltevermögen verlangt und die Bereitschaft längerfristige positive Effekte höher zu bewerten als schnelle Ergebnisse und das Festhalten am bewährten.

Mit dieser letzen Bemerkung ist ein gutes Stichwort zum 5. Thema gefunden:

5.Ökume –Partnerschaft mit der römisch-katholischen Kirche
Im November letzten Jahres hat es seit langen Jahren ein erstes Treffen mit dem katholischen Pfarrgemeinderat (30.11.2010) gegeben. Das Treffen verlief so konstruktiv, das zwei konkrete ökumenische Veranstaltungen neu durchgeführt werden konnte. Neben den ökumenischen Schulgottesdiensten gab es eine gemeinsame Veranstaltung in der Nacht der offenen Kirche in Wormersdorf und es gab ein vielbeachtetes erste ökumeniches Bibellesen in der Friedenskirche im Juni diesen Jahres (18.6.). Diese Veranstaltungen stießen auf so große Resonanz, dass zu weiterem ökumenischem Tun ermutigt.
Zukünftig wird es ein jährliches Treffen von Presbyterium und Presbyterium geben. Und nicht nur die regelmäßigen ökumenischen Dienstbesprechungen der Hauptamtlichen. Ende November diesen Jahres steht das nächste Treffen an zu dem das Presbyterium eine kleine Vorbereitungsgruppe einrichten wird.
Leider ist die Personalsituation in der katholischen Gemeinde immer noch nicht eindeutig. Es gibt weitere gerichtliche Auseinandersetzungen mit dem ehemaligen Pfarrer der Gemeinde. Es zeichnet sich aber wohl ab, dass der jetzige Pfarrverweser Dr. Malcherek die Nachfolge von Pfarrer Jung antritt.
Schmerzlich war der Abschied von Diakon Werner Preller, der eine feste Größe in den ökumenischen Beziehungen bildete. Als Pfarrerin Angelika Zädow zu seinem Abschied kam, wurde allen Beteiligten deutlich, dass eine sehr fruchtbare ökumenische Ära zu Ende gegangen ist.

Ein Neuanfang ist bereits gemacht: Die diesjährigen ökumenischen Kinderbibeltage fanden am letzten Freitag in der Arche mit Fr. Wallot statt, die mit einer halben Stelle in St. Michael arbeitet.
Nachfolger von Diakon Preller ist Herr Diakon Lux beide haben ihre Stellen gewissermaßen getauscht. Herr Preller ist nun in der ehemalige Gemeinde von Herrn Lux in Bonn tätig.

6. Weitere Gegenstände presbyterialer Beratungen im vergangenen Jahr
Um der von mir selbst angestrebten Kürze meiner Ausführungen gerecht zu werden nenne ich nur kurz einige Themenfelder. Wenn sie zu einem Punkt weitere Informationswünsche haben, bitte merken und für die Aussprache aufbewahren.

-Von der Strategie zur langfristigen Planbarkeit kirchlichen Lebens hatte der Kirchmeister in seinem Bericht schon gesprochen. Dazu gehört auch die Frage nach der Wiederbesetzung von endenden Arbeitsverhältnissen. Im Jahr 2013 enden mehrere Arbeistsverhältnisse von Mitarbeitenden. Es gibt einen Strukturausschuss innerhalb unserer presbyterialen Arbeit, der sich mit den Arbeistfeldern der Mitarbeitenden befasst und dem Presbyterium Vorschläge zum Umgang mit den frei werdenden Stellen unterbreitet.
-Ein Arbeitstfeld dem das Presbyterium in diesem Jahr besondere Aufmerksamkeit geschenkt hat war der Bereich der Jugendarbeit. Wir sind dankbar, dass in diesem Bereich Arbeit mit und von Jugendlichen in unserer Gemeinde geleistet wird.
Beschäftigt haben wir uns auch mit einem von der Landeskirche vorgeschlagenen Beschluss zu einem erweiterten Führungszeugnis, dass Mitarbeitende in der Arbeit mit Kindern und Jugendlichen nun beibrigen müssen. Dieses gilt für haupt- und ehrenamtliche Mitarbeitende. Vergleichbares ist auch in anderen Bildungseinrichtungen geschen, z.B. in Schulen.

-Im Bereich der Mitarbeitenden ist zu erwähnen, dass wir beschlossen haben die Richtlinien der Landeskirche für Mitarbeitenden Gespräche auch in unserer Gemeinde einzuführen.

-Desweiteren haben wir uns Richtlinien zur Beschaffung von Hard- und Software gegeben, die darauf aus sind, den zunehmenden Kostendruck durch Lizensierungen auf ein Minimum zu reduzieren.

-Der Fuhrpark von gemeindeeigenen Kraftfahrzeugen wurde einer Überprüfung unterzogen. Dazu kam es zu einer Abstoßung und einer Neuanschaffung eines Jahreswagens. Der zweite neue Gemeindebus im Bereich der inklusiven Arbeit war eine Ersatzbeschaffung, die durch Versicherungsprämien finanziert wurde.
Künftig sind wir in den Farben Grün, Rot und Weiß unterwegs. Die Farbwahl ist weder liturgisch noch politisch sondern praktisch motiviert.
Mittelfristig streben wir eine Verkleinerung des Fahrzeugbestandes an.

-Berichteten wir in der letzten Gemeindeversammlung von der Anschaffung einer Höranlage für alle Kirchenzentren, fällt die Anschaffung von Gesangbüchern in Großdruck zwar finanziell weniger ins Gewicht, zeigt aber inhaltlich dennoch, dass wir mit dem Thema Inklusion gewillt sind ernst zu machen. Dieses wir im übrigen auch auf der nächsten Diakonischen Konferenz das Leitthema sein.

7.Personalia
Es hat in diesem Jahr einige personelle Veränderungen gegeben. Natürlich gilt auch in einer Kirchengemeinde: Erst redet man über Inhalte, dann über Personen.
Aber Sie alle wissen, dass das nur begrenzt gilt.
Wie haben im Januar Pfarrer Frank Ungerathen in sein Amt eingeführt und im Monat darauf Pfarrer Nosek ebenfalls. Fast gleichzeitig haben wir Pfarrer z.A. Heinemann verabschiedet. Inzwischen ist Pfarrer Heinemann auf eine Pfarrstelle in Langenfeld in der Nähe von Düsseldorf gewählt worden, und wir werden mit einer kleinen Abordnung unserer Gemeinde am 6.11. zu seiner Einführung reisen. Wer mitfahren will ist herzlich dazu eingeladen.

Solch personellen Veränderungen sind schnell genannt. Selten wird aber bewusst, dass eine Kirchengemeinde ein sehr komplexes System ist, dass für diejenigen die neu dazukommen nur sehr langsam zu durchschauen ist. So gesehen befinden wir uns als Team der Amtsbrüder (und der einen überaus reizenden Amts-Schwester) auch nach einem guten halben Jahr noch in einer Orientierungsphase.
Nach wie vor ist zu betonen, dass das Arbeits Klima unter den Pfarrern und der Pfarrerin ausgesprochen gut ist.
Auch Presbyterinnen und Presbyter, die aus anderen Gemeinden auch anderes zu berichten wissen, können dem zustimmen, so jedenfalls ist mein Eindruck als Vorsitzender.
Selbiges lässt sich übrigens auch von der presbyterialen Arbeit insgesamt sagen. Die Sitzungen sind in aller Regel von einer ausgesprochen guten Gesprächsatmosphäre geprägt. Auch das ist nicht selbstverständlich.
Außerhalb der pfarramtlichen Veränderungen ist die Berufung von Herrn Buxbaum als Baubeauftragten der Christuskirche zu nennen, der dankenswerter Weise auch schon gute Beratungsdienste geleistet hat, als es jüngst um die Erneuerung der schon genannten Heizungsanlage in der Christuskirche ging.

An diesem Punkt gäbe es noch einiges zu erwähnen. Ich breche aber hier ab und komme zum letzten Punkt meines Berichtes:

8. Ausblick und Termine
Die Wahlen zu einem neuen Presbyterium werden derzeit vom Presbyterium selbst vorbereitet. Es wir einige Veränderungen geben und wir sind guter Dinge, dass es —wie in der Vergangenheit— zu einer echten Wahlmöglichkeit kommen wird.
In diesem Zusammenhang ist zu erwähnen, dass das Presbyterium beschlossen hat, dass es keine einzelnen Wahlkreise gibt, sondern das für alle drei Pfarrbezirke nur ein Wahlkreis eingerichtet wird.
Diese Vorgehen soll deutlich machen, das sich diese drei Pfarrbezirke mit ihrem jeweils eigenem Kirchenzentrum, als eine Kirchengemeinde verstehen, und die presbyteriale Zuständigkeit im Besonderen eine Aufgabe des gesamten Presbyteriums nach der Wahl darstellt.
In diesem Zusammenhang von „Umgemeindung“ einzelner Presbyter zu sprechen ist sachlich falsch und geht am Kern des Selbstverständnis des Presbyteriums vorbei.
Dem Vorschlag eines Gemeindegliedes, dass Bewerberinnen und Bewerber aus den Ortschaften -so sie sich aufstellen lassen- automatisch als gewählt gelten sollen kann damit nicht entsprochen werden. Im übrigen wäre damit auch die Wahlordnung der rheinischen Kirche nicht mehr beachtet.
Das Thema „Ortschaften“ brauche ich an dieser Stelle nicht mehr weiter zu behandeln, das eine „ausführliche Anfrage“ angekündigt ist unter der Überschrift „Lüftelberg im Blickfeld“.

Bis zum –im Rheinland gut zu merkenden Datum—11.11.2011 können Kandidaten zur Wahl vorgeschlagen werden. Entsprechende Vordrucke für die Vorschläge sind im Gemeindebüro zu bekommen.

Nach den Presbyteriumswahlen wird es im Februar und März das Angebot von Glaubenskursen geben. Meine Frau und ich hatten das vor zu Beginn meiner Tätigkeit in der Friedenskirche schon ein einmal angeboten. Nun wird es Kurse in der Arche geben, die Frank Ungerathen und Irmela Richter gemeinsam vorbereiten und durchführen werden.
Glaubenskurse passen gut zu der Absicht des Presbyteriums aus dem Presbyterwochenende das vergangenen Jahres. Dort wurde die Notwendigkeit erkannt, dass unser kirchliches Handeln einer neuen Perspektive bedarf.
Kirchliche Angebote sollen nicht mehr auf traditionelle Altersgruppen hin zugeschnitten werden, sondern es sollen Ergebnisse aus soziologischen Studien für die Strukturierung und Zielführung gemeindlichen Handelns fruchtbar gemacht werden. Das zu erläutern wäre eine extra Gemeindeversammlung wert, deshalb breche ich hier erneut ab.

Begonnen hatte ich meinen Bericht mit dem Thema Kirche und Öffentlichkeit. „Nichts scheint so umstritten zu sein wie die beiden Begriffe, jeder für sich und beide zusammen gewissermaßen im gegenseitigen Bezug. Dabei gehört das Wort Gottes selbst in die Öffentlichkeit und ist ohne den Adressaten gar nicht zu denken.“
Hatte ich gesagt
Mit dem Thema Öffentlichkeit möchte ich auch schließen.
Die Sitzungen des Presbyteriums sind im Moment teilöffentlich. Ganz öffentlich können sie nicht sein, weil auch Dinge verhandelt werden, die Personalentscheidungen betreffen. Die Aufteilung der Tagesordnung in einen öffentlichen und einen nichtöffentlichen Teil macht im Vorfeld etwas mehr Arbeit. Zumal die Öffentlichkeit bisweilen von ihrem Recht gebraucht macht, nicht zu erscheinen.
Aus diesem Grund wurde im Presbyterium ab und an die Frage laut, wie man es mit dieser teilöffentlichen Sitzung halten solle: Ob man sie beibehalten will, oder ob man stattdessen dem Anliegen, nämlich der Schaffung von Transparenz nicht ehre gerecht werden könne in dem man eine Gemeindeinformationsveranstaltung einführt, die zeitnah die presbyteriale Arbeit zusammenfassen und darüber informieren würde.

In dieser Frage ist das Presbyterium sehr gespannt auf ihre Meinung und erhofft sich davon Klarheit in Bezug auf seine künftige Beschlussfindung.
Mit dieser offenen Frage beende ich meinen Bericht und danke für ihre wohlmeinende Aufmerksamkeit. Vielen Dank.

Geschrieben von Ingeborg Dahl am 16. Oktober 2011

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