Joseph Haydn – DIE SCHÖPFUNG

Samstag 2. März 2013, 20.00, Rheinbach, Pallottikirche (Pallottistr.)

Dauer: 1 ¾ Std
Karten zu 15 € im Vorverkauf und an der Abendkasse

Susanne König, Sopran
Thomas Klose, Tenor
Andreas Petermeier, Bass
Meckenheimer Kammerchor
Mitglieder des Akademischen Orchesters Bonn
Leitung Martin Kahle

Haydns „Schöpfung“ ist eines der bekanntesten und erfolgreichsten Oratorien überhaupt.
Die Anregung, ein großes Oratorium zu schreiben, erhielt Haydn auf einer seiner Englandreisen, auf denen er zahlreiche Aufführungen Händelscher Oratorien erlebte. Das Vorbild Händels zeigt sich besonders in den Chorsätzen. Homophone Sätze und mächtige Polyphonie, Fuge, Kanon, Engführung: die Mittel barocker Chortechnik setzt Haydn virtuos ein. Modern und kühn sind Klang und Harmonie. Das Orchester mit reicher Bläserbesetzung bietet vielfältige, damals neue Klangmischungen. Tonmalerisch, mit Witz und Geschmack, komponiert Haydn die Tierwelt.
Die “Schöpfung“ beginnt mit der instrumentalen Vorstellung des Chaos, einem genialen Meisterwerk von verblüffender „Modernität“. Ein großer, verklingender Forteklang (wie ein Urknall) gebiert chromatische, scheinbar wahllos sich windende Motive, die kein einziges Mal zu erkennbarer Melodie sich entfalten. Wir lauschen sozusagen der Entstehung von Harmonik und Melodik. Aus dem Chaos versuchen verschiedene strukturierte Motive, an die Oberfläche zu kommen. Der Urbrei des Chaos verklingt im Pianissimo, in dem dann Solist und Chor das Wunder der Lichterschaffung effektvoll hörbar werden lassen: von düsterem c-moll zu strahlendem C-dur.
Es folgen Rezitative, in denen die Erzengel Raphael, Uriel und Gabriel, dargestellt durch Bass-, Tenor- und Sopran-Solisten nach und nach die Entstehung der Schöpfung beschreiben. In Arien besingen Solisten und Chor das Wunderwerk der Schöpfung und geben dem Komponisten reichlich Gelegenheit zu lautmalerischer Darstellung: Gewitter, Sturm, Regen und Schnee im ersten Bass-Rezitativ. Dann in der Arie „Rollend in schäumenden Wellen“ die Urgewalt des Meeres aber auch die sanftere Bewegung von Strom und Bach. In einer wiegenden Arie besingt die Sopranistin „das frische Grün“. Und schließlich erstrahlt ein majestätischer Sonnenaufgang und ein sanfterer des Mondes. Bewundernswert die Fantasie und Suggestivität der Naturschilderung, genauso aber auch, dass diese doch eigentlich „außermusikalischen“ Elemente keinen Moment die absolute musikalische Gestaltung beeinträchtigen: die Musik bleibt jeden Moment „einfach schön“.
Dem Chor obliegt es, zu Beschluss jeden Schöpfungstages Lobesgesänge auf die Schönheit der Schöpfung anstimmen. Der erste Teil endet mit dem großen Chor „Die Himmel erzählen die Ehre Gottes“, ein gewaltiges Loblied auf die Worte des 31. Psalms, in dem das gesamte Orchester, Chor und Solisten vereint zur Ehre Gottes aufspielen.
Zu knapp zwei Stunden wunderbarer klassischer Musik möchten wir Sie einladen am Samstag, 2. März in der Rheinbacher Pallottikirche, mit einem Ensemble junger Solisten, den bewährten Musikern des Bonner Akademischen Orchesters und dem Meckenheimer Kammerchor.

Karten sind in den Buchhandlungen, dem Gemeindeamt oder bei Chormitgliedern zu bekommen, sicher auch noch an der Abendkasse.

Geschrieben von Martin Kahle am 06. Februar 2013

Keine Kommentare zum Thema