Bernd Rafflenbeul feierlich verabschiedet

Im feierlichen Gottesdienst am 16.3.2014 hat unsere Gemeinde Bernd Rafflenbeul als Mitarbeiter in der Kinder- und Jugendarbeit nach fast 35 jäh-riger Tätigkeit in den Ruhestand verabschiedet.
Eigentlich hatte er nach seiner wissenschaftlich-technischen Aus-bildung und seiner Zeit beim Bundesgrenzschutz geplant, mit einem Freund ein Geschäft für guten Wein und guten Käse zu eröffnen. Zum Glück für uns zerschlug sich dies – stattdessen absolvierte er eine Ausbildung für kirchliche Jugendarbeit und wechselte am 1. Juni 1979 in unsere Gemeinde.
Diese Periode war eine Zeit des Wandels und des Aufbruchs in un-serer Kirche: Gemeindearbeit sollte kommunikativer werden, das spiegelte sich auch in einem veränderten Kirchbau – weg vom sakralen Kirchbau, wo es nur um das Hören der Wortes Gottes ging – hin zum Mehrzweckgemeinde-zentrum, in dem Gottesdienst und einladende Gemeinwesenarbeit miteinan-der verbunden wurden. In die Gemeinde- und Jugendarbeit, die nach dem Krieg lange vor allem einseitig biblisch ausgerichtet war, sollten die neuen Erfahrungen und Ansätze aus der Sozialpädagogik übertragen werden. Es sollte in unseren Gemeinden auch ganzheitlich vermittelt werden, dass das Evangelium von Jesus Christus nicht nur etwas zum Auswendiglernen für den Kopf, sondern auch im Herzen und zwischen uns Menschen erfahrbar sein sollte.
An diese Stelle hat Bernd Rafflenbeul mit seinem Weitblick, seiner Kreativität und mit seinem sensiblen Gespür für Menschen viele Ideen und Initiativen in unserer Gemeinde hervorgebracht, um die unterschiedlichsten Menschen jeden Alters miteinander in Beziehung zu bringen und sie mitei-nander viel von Gottes Liebe, seinem Leben mit seinen Werten erfahren zu lassen.
Mit den anderen Mitarbeitenden und den Pfarrern und Pfarrerinnen hat Bernd Rafflenbeul daran gewirkt, dass der neue Wein des Weges und der Botschaft Jesu in vielen neuen Schläuchen – neuen Formen kirchlicher Jugend- und Gemeindearbeit gefüllt werden konnten – zum Segen für viele Kinder, Jugendliche und Erwachsene. Unter den vielen Gratulanten am 16. März waren auch einige, die heute selbst Pfarrer sind, gekommen, um ihm dafür Danke zu sagen!
Unter Bernd Rafflenbeuls Leitung entstanden in den Jahren der zahlreichen Familienzuzüge zahlreiche Kinder- und Jugendgruppen in Meckenheim, aber auch den Dörfern unserer Gemeinde Buschhoven, Morenhoven und in Wor-mersdorf.
Er unternahm unzählige Freizeitfahrten im In-und Ausland (Biggesee und Norwegen), eine erste inklusive Freizeit, Fahrten zu den Kirchentagen und nach Taizé. Dazu kam Begegnungsarbeit in England und Polen, schließlich in Saldus/ Lettland, woraus eine Partnerschaft erwuchs, Eine-Welt-Arbeit, ein Jugendbriefwechsel mit Kindern im Senegal, Musikalische- und Theaterpro-jekte, Konfi-Projekte, Werkstatt-Jugendgottes-Dienste, Mitarbeitendenschu-lungen, Filmangebote, ein Radioprojekt, Schreibwerkstätten, das „Flügge-blatt“. Sein Engagement für Aussiedler, die Männergruppe, eine Homepage der Gemeinde, die Koordinierung fürs Familienzentrum, Stadtranderholungen für Kinder, unsere Gemeindechronik zum 50jährigen Bestehen unserer Kir-chengemeinde, zum Schluss seine Mitarbeit in der Seniorenfreizeit – all das sind Projekte und Initiativen, die wir mit dem Menschen Bernd Rafflenbeul verbinden. Immer hat er sich auch für die Mitarbeitenden unserer Gemeinde engagiert. Man nennt ihn einen echten Gemeinde-Netzwerker. Vor allem aber ist er im Rückblick froh und glücklich, dass bei allen seinen Angeboten und Unternehmungen die teilnehmenden Kinder und Jugendlichen vor ernsthaften Schäden und Katastrophen bewahrt blieben.
Für unsere Gemeinde dankt ihm und seiner Familie unser Presbyteri-ums von Herzen für seine Gaben und Kräfte, für seinen Dienst und alle erfah-rene Weg-Gemeinschaft.
Lieder von Stefan Gottmann über frühere Gemeindeprojekte und dem Aus-blick auf die Rente , Melanie Schmidt und Ingrid König „Du warst noch nie-mals in Paris“, dargebracht vom Spontan-Chor der Mitarbeiterschaft zusam-men mit den Grüßen der MAV und der Mitarbeitenden, die ihm und seiner Frau zum Abschied eine Fahrt nach Paris schenkten – aber auch Beiträge von der ehemaligen Kollegin Larissa Schmitz , Anekdoten von früheren Jugendli-chen wie Dirk Thamm und Markus Söffge, der den Renten-Knebel gab und schließlich einem sehr persönlich vorgetragenen Dank von Bernd Rafflenbeul selbst rundeten fröhlich und besinnlich dieses Fest ab und leiteten über zum Rückblicken und Erzählen von gemeinsam Erlebten bei Imbiß, Kaffee und Kuchen. Frank Ungerathen

Geschrieben von Ulrike Knichwitz am 08. Mai 2014

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