Pfarrerin Back-Bauer stellt sich vor

Liebe Leserinnen und Leser,

IMG_8569an dieser Stelle des Gemeindebriefes sehen Sie ein Foto. Aha, eine „Neue“ in der Gemeinde, Pfarrerin Susanne Back-Bauer, wer mag das denn wohl sein?

Nun gehört zu jedem Gesicht ein Mensch mit seinem Leben, seiner Arbeit, seinem Wesen und seinen Möglichkeiten und zumeist auch mit Menschen, die sein Leben teilen. Ich möchte mit diesem Beitrag die Gelegenheit nutzen, mich Ihnen vorzustellen, damit Sie sich selbst ein „erstes Bild“ von mir und meinem Leben machen können.

Geboren wurde ich 1956 in Stuttgart und wuchs dort und danach acht Jahre lang in der Nähe von Bingen am Rhein auf. Erfahrungen mit kirchlicher Jugend- und Freizeitenarbeit und ihren Repräsentanten – wie z.B. Jugendreferentinnen und Pfarrern – waren für mich im jungen Er­wachsenenalter prägend und führten mich zum Studium der Evangelischen Theologie.

Nach dem ich in Tübingen und Erlangen mein Studium absolviert hatte, war ich zunächst Vikarin an der Eberhardskirche in Tübingen und übernahm im Anschluss als erste Pfarrstelle die Dop­pelgemeinde St. Johann-Gächingen und -Lonsingen auf der Schwäbischen Alb. Anschlie­ßend wechselte ich in die Paul-Gerhardt-Gemeinde in Stuttgart. Zuletzt arbeitete ich als Krankenhauspfarrerin an den Universitätskliniken in Tübingen. Neben diesen Aufgaben oblag mir auch die Blindenseelsorge in Württemberg.

Der Wechsel vom Neckar nach Bonn am Rhein 1998 erfolgte aus persönlichen Gründen, um mit meinem Mann Dietmar Back zusammenzuleben. Wir hatten ein Jahr zuvor im Sommer geheiratet. Meine erste Anstellung als Pfarrerin der Rheinischen Landeskirche erfolgte weni­ge Monate später in der Psychiatrieseelsorge in den Rheinischen Kliniken in Bonn, wo ich für achtzehn Monate eine Kollegin in Elternzeit vertrat.

Im Mai 2000 wurde ich auf die 6. Pfarrstelle Monheim im Kirchenkreis Leverkusen gewählt und wurde damit in das Pfarrdienstverhältnis auf Lebenszeit in der Evangelischen Kirche im Rheinland aufgenommen. Frauenarbeit, Konfirmandenunterricht und Altenheimseelsorge waren in Monheim-Baumberg meine Arbeitsschwerpunkte.

Im Sommer 2003 bot sich mir die Gelegenheit nach Bonn zurückkehren, um den noch „jungen“ Pfarrbezirk Alfter der Kirchengemeinde Vorgebirge zu übernehmen. Der Aufbau einer kinder- und familienfreundlichen Gemeinde, die Gestaltung von vielfältigen Gottesdiensten für Zielgruppen, die Begleitung der Integrativen Matthias-Claudius-Kindertagesstätte und der Aufbau eines Besuchsdienstes für ältere und kranke Gemeindeglieder haben mir sehr viel Freude bereitet. Auch viel ehrenamtliche Initiative und Selbständigkeit habe ich in Alfter erlebt und sie unterstützt und gefördert. Seit 2007 bin ich im Vorstand der Telefonseelsorge Bonn/Rhein-Sieg e.V. als Vertreterin der Evangelischen Kirche.

Nach einer „Sabbat-Zeit“, die ich u. a. auch zum Besuch von Lehrveranstaltungen an den Universitäten Bonn und Bochum genutzt habe, ist es für mich ein großer Glücksfall, noch einmal eine neue Aufgabe bei Ihnen in Meckenheim übernehmen zu dürfen.

Die Pfarrstelle, auf die mich das Presbyterium am 10. Januar gewählt hat, dient der Entlastung von Herrn Superintendent Mölleken. So möchte ich mich zunächst in die vorhandenen Strukturen einbringen und vor allem Gemeindeaufgaben übernehmen, die Herr Mölleken aufgrund seiner Beanspruchung durch das Amt des Superintendenten für den Kirchenkreis Bad Godesberg-Voreifel zu delegieren wünscht. Daher steht für mich die verlässliche Fortsetzung der bisherigen seelsorgerlichen Arbeit ebenso im Mittelpunkt wie die vertrauensvolle Zusammenarbeit mit den Kolleginnen und Kollegen. Sicher werde ich mit der Zeit auch eigene Akzente setzen und an der Weiterentwicklung der Gemeinde mitwirken.

Was ist mir wichtig? Zum Beispiel meine Arbeit in der Klinikseelsorge – eine für mich sehr wichtige Erfahrung. Ich wurde reich beschenkt von der Offenheit und dem Vertrauen der Menschen, die ich in schweren Lebenssituationen und auch beim Sterben begleiten durfte. Ich bin sehr dankbar für das, was ich dort in vielen Gesprächen und in der Begleitung von Menschen in Grenzsituationen an Erfahrung sammeln durfte und habe dadurch viel für mein eigenes Leben lernen können.

Als Pfarrerin kommt es mir aber auch ganz besonders darauf an, dass Spiritualität und Engagement, dass Beten und Arbeiten zusammen gehören. Das bedeutet für mich leben­dige, für alle offene Gottesdienste und Zuwendung zu denen, die in unserer Gesellschaft am Rand leben. Außerdem ist mir Raum für seelsorgerliche Begleitung und Offenheit für die, die von der Kirche nichts mehr erwarten, wichtig. Die Kirche muss mitten im Leben stehen und die drängenden Probleme unserer Zeit aufgreifen.

Die Verkündigung des Evangeliums ist mir ein zentrales Anliegen. In der Bibel finden sich viele Geschichten, die Mut machen und Hoffnung. Geschichten, die zeigen, wie das Leben gelingen kann. Geschichten, die erzählen, wie Gott Menschen frei macht von dem, was sie belastet und bedrückt, und wie sie aufatmen und neu anfangen können. Aus diesen biblischen Geschichten weht ein Geist, der belebt. Und auch die Kommunikation untereinander halte ich in einer Gemeinde für wichtig: Gemeindefeste, Seniorennachmittage, Gesprächskreise, Jugendfreizeiten – das hält die Lebensgemeinschaft Kirche lebendig und macht sie attraktiv.

Auch ein partnerschaftliches Miteinander der hauptamtlichen und ehrenamtlichen Mit­arbeiterinnen und Mitarbeiter möchte ich ganz besonders hervorheben. Es sind gute und tiefe Erfahrungen, die ich aus meiner bisherigen Gemeindearbeit mitbringe, dass auch in der heutigen Zeit der Vereinzelung und der zunehmenden Gleichgültigkeit gegenüber der Kirche sich gleichwohl ganz unterschiedliche Menschen jeden Alters in einer Kirchengemeinde zu­sammenfinden und bereit sind, mit ihren Gedanken, Worten, Gebeten und Taten gemein­sam ihre Gemeinde zu bauen und zu tragen.

Mit großer Freude werde ich in Kürze die Arbeit an der Christuskirche in Meckenheim aufnehmen und bin gespannt auf die Herausforderungen und Schwerpunkte, die sie mit sich bringt. Ich möchte Sie bitten: Gehen Sie auf mich zu oder rufen Sie an, wenn Sie ein persönliches Anliegen haben. Geben Sie Anregungen und auch Kritik. Lassen Sie es mich wissen, wenn Sie auf einen Besuch warten. Ich freue mich auf die Begegnungen mit Ihnen.

Ihre Pfarrerin Susanne Back-Bauer

Artikel im Generalanzeiger

Geschrieben von Ulrike Knichwitz am 15. Februar 2016

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