Bericht von der Posaunenchorfahrt nach Stendal

Die alte ehemalige Hansestadt Stendal war Ziel der Fahrt des Posaunenchores am ersten Oktoberwochenende 2016. Zwölf Teilnehmer mit zehn Instrumenten in vier Autos machten sich auf den Weg in die Altmark, die nördlich von Magdeburg liegt.

Staunend wurden wir am Sonnabend durch eine sehenswert renovierte Altstadt mit einem wunderbaren gotischen Rathaus und der fast acht Meter hohen Rolandsfigur, dem Zeichen der Marktrechte, zu steinernen Denkmälern der Backsteingotik geführt: Ob Dom, Marien-Petri- oder Jakobi-Kirche. Jede ist ein Juwel für sich. In zweien durften die Instrumente voll erklingen: Bei einer Vesper am Samstagabend in der Jakobi-Kirche und zum Erntedank-Gottesdienst in der liebevoll geschmückten Petri-Kirche am Sonntag. Beide Pfarrer betonten mit Blick auf den 3.Oktober, dem Jahrestag der Wiedervereinigung, das Glück der Geschichte, dass solche gemeinsamen Veranstaltungen seit 26 Jahren wieder möglich und selbstverständlich sind.

Eine Fahrt in die Altmark zu drei sehenswerten kleinen Dorfkirchen und nach Tangermünde füllte den Sonntag. In Wüst ziert eine gemalte Holzdecke mit vielen kleinen Barockengeln, die die Seelen verstorbener Einwohner darstellen, den Gottesdienstraum. Angebaut ist die Gruft der adligen Familie Katte. Hier steht auch der karge Sarg des Jugendfreundes von Friedrich dem Großen, der nach einem gemeinsamen Fluchtversuch mit dem Tode bestraft wurde. Der Schatz der ältesten romanischen Backsteinkirche der Altmark in Großwulkow ist ein Triumphkreuz aus dem 12. Jh. in seiner strengen romanischen Schönheit. Nach so viel Geschichte bot die dritte Kirche in Briest einen fröhlichen Kontrast. Denn hier spielen viele ehrenamtliche Helfer seit zwanzig Jahren Marionettentheater und servieren selbstgebackenen Kuchen und Kaffee. Die Erlöse daraus dienen fast ausschließlich dem Erhalt der Dorfkirchen im Kirchspiel Wulkow-Wust. Wie wertvoll und notwendig diese ehrenamtliche Initiative ist, konnte unsere Gruppe nach den Besichtigungen voll bestätigen. Mit einem Choralblasen in der imposanten gotischen Hallenkirche  St.Stephan des mittelalterlichen Städtchens Tangermünde klang dieser Tag aus. Bei gutem, gesponsertem Essen genoss unsere Posaunenchorgruppe gemütliche gemeinsame Stunden, und es half auch darüber hinweg, dass  einige gesundheitliche Handicaps zu meistern waren, besonders der Wegfall unserer Tuba, weil der Spieler eine gebrochene Hand hatte. Aber ein Tenorhorn konnte er noch spielen, es war großartig. Zufrieden über diese gemeinsamen fröhlichen Tage traten alle am Montag den Heimweg nach Meckenheim an.

Beitrag von Sibylle Krüger

stendalklein

Geschrieben von Ulrike Knichwitz am 02. November 2016

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