Unser Buchtipp für März / April 2018

Mariana Leky

„Was man von hier aus sehen kann”

 

Dumont Verlag, 314 Seiten

 

 

 

cover_mariana_leky_was man von hier aus sehen kann

„Immer wenn der alten Selma im Traum ein Okapi erscheint, stirbt am nächsten Tag jemand im Dorf.”

Unklar wen es treffen wird.

Mariana Leky erzählt in ihrem Roman wie die Bewohner eines kleinen
Dorfes im Westerwald damit umgehen, was sie meinen, gestehen zu
müssen oder verleugnen.

Selma, die Dorfälteste und Großmutter der Ich-Erzählerin Luise hat eine frappierende Ähnlichkeit mit Rudi Carrell, und ist Anlaufstelle und
Ratgeberin für alle Nöte der Dorfbewohner. Auch Martin, Luises
bester Freund findet bei ihr Zuflucht vor seinem gewalttätigen Vater. &Uml;berhaupt wimmelt es in Mariana Lekys Roman nur so von schrägen Charakteren und skurrilen Gestalten … da gibt es den in Selma ungl¨cklich verliebten Optiker, den keiner bei seinem richtigen Namen nennt, die abergläubische Elsbeth, die stets schlecht gelaunte Marlies und den Säufer Palm …. und den Hund Alaska.

Eine eng verwobene und tragende Dorfgemeinschaft von Menschen mit
einem guten Herzen, die das Wissen umeinander nutzt um Stütze zu sein
und zu helfen.

Aufgeteilt in drei Teile ist Luise im ersten Teil des Romans, Anfang der 80iger Jahre, 10 Jahre alt, 12 Jahre später in Teil 2 erlebt sie die große Liebe, die nicht nur eine Distanz von 9000 Kilometer überwinden muss sondern auch kulturell-religiöse Hürden, da Frederic in einem buddhistischen Kloster in Japan lebt. In Teil 3 ist Luise Anfang 30 und ihr Leben verändert sich auf dramatische Weise. Am Ende eines jeden Teils wird Luise immer wieder mit dem Tod konfrontiert.

Es geht um Freundschaft, Mut Verzweiflung, Leben, Tod …. vor allem aber um Liebe, die jeden Schicksalsschlag dämpft.

Mariana Leky schafft es in ihrem Roman durch ihre eigene kunstvolle Sprache eine psychologisch so dichte Geschichte zu weben, die nie ins kitschig–süßliche abdriftet. Unterhaltsam, heiter, aber auch von einer tiefen Melancholie durchzogen habe ich diesen Roman ausgesprochen gern gelesen.

 

Susanne Preiß

 

 

 

 


 

Bildnachweis

 

 

Geschrieben von Susanne Preiss am 26. Februar 2018

Keine Kommentare zum Thema