Johann Sebastian Bach: H-Moll-Messe

J.S. Bach: H-Moll-Messe 

Samstag 7. Juli 2018,  19.00 Uhr   –    Pallottikirche Rheinbach, Pallottistr.

Elisabeth Menke, Sopran
Barbara Dünne, Sopran
Alexandra Thomas, Alt
Thomas Klose, Tenor
Frederik Schauhoff, Bass
Meckenheimer Kammerchor
Merler Kantorei Meckenheim
Mitglieder des Akademischen Orchesters Bonn

Leitung: Martin Kahle

Dauer ca 120 Minuten
Eintritt frei, um eine Spende wird gebeten

Einführung in das Werk durch Martin Kahle am Sonntag 1.7.,18.00, in der Friedenskirche Meckenheim

„Das größte musikalische Kunstwerk aller Zeiten und Völker“ –  so pries 70 Jahre nach Bachs Tod ein Verleger das Werk, das er zum ersten mal im Druck herausgeben wollte. Etwa hundert Jahre nach ihrer Entstehung wurde die Messe erstmals aufgeführt und ist heute anerkannt als des größten Komponisten größtes Werk.

Im Jahr 1733 widmete der 48jährige Bach dem neuen sächsischen König August III. eine Messe, bestehend aus Kyrie + Gloria. Verbunden mit der Widmung war die Bitte um den Titel eines „Hof-Compositeurs“, der dann auch entsprochen wurde, wenn auch 3 Jahre verspätet. Etwa 15 Jahre später, wenige Jahre vor seinem Tod, nahm Bach diese Teil-Messe wieder vor und vervollständigte sie zu einer Missa Tota, weitgehend unter Verwendung von umgearbeiteten älteren Kompositionen.

Dies ist in etwa unser Wissensstand über die Entstehung der H-moll-Messe. Größer als das Wissen sind die Fragen: wurde die Messe jemals aufgeführt? In ihrer vollständigen Form sicher nicht, weder für einen protestantischen Gottesdienst noch für eine katholische Messe war sie geeignet. Ist wenigstens die „Urzelle“ Kyrie + Gloria aufgeführt worden? Auch das wissen wir nicht. Vielleicht bei der Übergabe in Dresden, wo Bachs Sohn Friedemann 1733 Organist an der Sophienkirche wurde?

Warum hat Bach die Vervollständigung in seinen letzten Lebensjahren unternommen? Dies lässt sich wohl am sichersten beantworten: Bach beschäftigte sich in seinen letzten Jahren mit der Sichtung und Sammlung seiner Werke. Im 2. Teil des Wohltemperierten Claviers sammelte er vorhandene Präludien und Fugen, in der Sammlung der „Leipziger Choräle“ sammelte er seine besten Orgel-Choralbearbeitungen. Und dies ist wohl auch das Motiv zur Zusammenstellung dieser riesigen Messe: es ist eine Art künstlerisches Testament, eine Sammlung seiner besten Kompositionen zur Erstellung einer idealen Messe. So wenig zur Aufführung bestimmt wie die anderen Sammlungen, sondern zum Studieren und Bestaunen. Und – für ihn selbstverständlich – zur Ehre Gottes.

Geschrieben von Brigitte Penno am 21. Juni 2018

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