Unser Buchtipp für September / Oktober 2018

Arno Geiger

Unter der Drachenwand

 

Roman

Carl Hanser Verlag 2018, 480 Seiten

 

 

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Der neue Roman von Arno Geiger spielt im Jahr 1944 am Mondsee, unter der Drachenwand, einem idyllischen kleinen Ort im Salzkammergut. Der 23–jährige, im Krieg schwer verwundete Soldat Veit Kolbe verbringt seinen Genesungsurlaub dort.

In Tagebuchaufzeichnungen verarbeitet er seine Albträume, seine Gefühle die er nicht einordnen kann: Panische Angst vor der Rückkehr an die Front und Hoffnung auf ein baldiges Kriegsende zerreißen ihn.

Er trifft Margot, eine junge Mutter aus Darmstadt, die ihn in die Liebe einführt , schließt Freundschaft mit dem „Brasilianer“, einem unangepassten Gärtner, der einst in Rio gelebt und von einer Rückkehr dorthin träumt.

Arno Geiger erzählt von der seltsam anmutenden Normalität in diesem kleinen österreichischen Dorf.

Eingefügt in den Roman sind etliche fiktive Briefe , darunter auch Briefe von Margots Mutter und des Juden Oscar Meyer, die den Krieg, den Horror, das Entsetzen mitten in diese Scheinidylle bringen. Für Veit wird dieser Aufenthalt richtungsweisend, er lernt nicht nur die Liebe kennen, sondern entwickelt auch den Mut und die Kraft zum Widerstand und verhilft schließlich dem „Brasilianer“ zur Flucht.

Arno Geiger greift in seinem Roman auf historisches Material zurück, sein sensibler, empathischer, sprachlich herausragender Schreibstil über die zerstörerische Kraft des Krieges und die daraus folgenden Konsequenzen für die Seele der Menschen zieht den Leser in Bann.

 

Susanne Preiß

 


Bildnachweis

 

Geschrieben von Susanne Preiss am 29. August 2018

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