Unser Buchtipp für Juli / August 2020

Cecilie Enger

Die Geschenke meiner Mutter

Roman

Penguin Verlag 2016, 272 Seiten, Taschenbuch

 

cover_cecilie_enger_die_geschenke_meiner_mutterIn ihrem siebten Buch erzählt die norwegische Autorin Cecilie Enger die Geschichte ihrer Mutter und ihrer Familie.

Aufgrund einer fortschreitenden Alzheimer Erkrankung ist Cecilies Mutter nicht mehr imstande selbstständig zu leben und muss in einem Heim untergebracht werden.

Cecilie steht nun vor der schwierigen Aufgabe, das Elternhaus auszuräumen.

Dabei findet sie eine Schublade voller Papiere: ein Abiturzeugnis aus dem Jahr 1952, ein ärztliches Attest über Rückenschmerzen …und einen Stapel grauer Schreibblätter, mit einer großen Büroklammer zusammengeheftet.

Es sind Listen der Weihnachtsgeschenke in nummerierter Reihenfolge, die erste von 1963, die letzte von 2003.

Über einen Zeitraum von 40 Jahren hat die Mutter ohne Wissen der Familie alle umsichtig gewählten Weihnachtsgeschenke vermerkt, die in der Familie gegenseitig getauscht wurden.

Da die Mutter nicht mehr imstande ist, Fragen zu beantworten, beschäftigt sich Cecilie nun intensiv und in chronologischer Reihenfolge mit den in den Listen aufgeführten Namen, Jahreszahlen und Geschenken.

Erinnerungen werden wach und längst verloren geglaubte Familiengeschichten und Familiendramen tauchen wieder auf.

Cecilie schöpft viel Kraft und Trost aus dieser Auseinandersetzung. Es hilft ihr bei der schweren Aufgabe, schon zu Lebzeiten Abschied von ihrer Mutter nehmen zu müssen.

Gleichzeitig erzählt dieser berührende Roman die Geschichte einer einflussreichen, bürgerlichen Familie, die wie ein großes Netz alle Familienmitglieder miteinander verbindet und trägt – und über die große Herzensfreude, die das Schenken bereitet.

 

Susanne Preiß

 


Bildnachweis

 

Geschrieben von Susanne Preiss am 18. Juni 2020

Keine Kommentare zum Thema