„Oben Erde, unten Himmel“ – Buchtipp Juli 2024

Oben Erde, unten Himmel

Roman von Milena Michiko Flašar

 

 

 

Der neue Roman der österreichischen Autorin mit japanischen Wurzeln ist in Japan angesiedelt. Das stilvolle Cover, eine gelbe Chysantheme, gilt als kaiserliches Symbol in Japan.

Suzu,eine junge alleinstehende Frau mit Hamster lebt in einer selbstgewählten Isolation ( Hikikomori), hat kaum soziale Kontakte und verliert ihren Job als Kellnerin, weil es ihr an Zugewandtheit fehlt.

An diesem Tiefpunkt ihres Lebens angekommen, denkt sie darüber nach, welche Möglichkeiten es für sie gibt. Sie bewirbt sich bei verschiedenen Firmen und landet eher zufällig bei einer ganz besonderen Reinigungsfirma. Diese Firma säubert Wohnungen nach dem unentdeckten einsamen Tod ( Kodokushi) von alleinlebenden Menschen, von denen es in Japan sehr viele gibt.

Nach anfänglichen Schwierigkeiten gelingt es Suzu wieder Boden unter den Füssen zu erlangen.

Der wertschätzende und achtsame Umgang mit dem Tod, Mitgefühl und Empathie im Umgang mit ihren Kollegen verändert ihre Weltansicht.

Der Autorin gelingt es atmosphärisch dicht und bewegend, neben dem einsamen Sterben auch andere Themen wie soziale Isolation in den Großstädten, Einsamkeit, Achtsamkeit und Toleranz im Umgang miteinander zu verweben. Dies gelingt ihr leicht und trotzdem mit Würde, Demut und Respekt sowie behutsamen, trockenem Humor und zeugt von großem literarischem Talent. Milena Michiko Flašar hat für diesen Roman den ev. Buchpreis 2024 erhalten.

 


Roman

Verlag: Klaus Wagenbach

Erscheinungsjahr: 2023

304 Seiten

Verkaufspreis: 26 Euro